Santa Margalida: Urlaub unter Mallorquinern

Der kleine Ort  Santa Margalida  befindet sich etwas erhöht in eindrucksvoller Lage des hügeligen Umfeldes sanfter mallorquinischer Landschaft im Norden der Insel. Wer das Gedränge in den Tourismusorten an den Küsten kennt, wird soviel Ruhe und Weite im Inselinneren kaum vemuten - liegt Santa Margalida doch nur wenige Autominuten bzw. etwa 9 km von Can Picafort und der Bucht von Alcúdia  mit ihren 25 laufenden Strandkilometern entfernt ...

Santa Margalida/ Mallorca
Luftbild Santa Margalida / Foto per J.Rigo

Santa Margalida/ Mallorca

Hierbei handelt es sich um einen Ort, der noch jenes traditionelle Mallorca verkörpert, das an der Küste schon längst verlorengegangen ist - ein typisches kleines mallorquinisches Landstädtchen mit Cafés, Restaurants, Banken sowie allen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sowie einem Marktplatz mit wöchentlichem Markttag! Urlaub unter Mallorquinern ist hier die Devise ...

Santa Margalida/ Mallorca

Von der Terrasse der klotzigen Kirche Santa Margalidas aus (siehe auch unten: Legenden) fällt der Blick nicht nur weit über das Inselinnere, sondern man kann von hier aus auch ideal den  Sonnenuntergang  hinter dem Panorama des Küstengebirges genießen!

Santa Margalida/ Mallorca

Can Picafort als nächsterreichbarer Badeort lockt mit Hafen, kilometerlanger Promenade und Sandstrand sowie unzähligen Bars, Restaurants und Geschäften, von denen viele auch außerhalb der typischen Urlaubssaison bzw. in den "Winter"monaten geöffnet sind. In den letzten Jahren ist der Ort liebevoll herausgeputzt worden ... Ein kleiner idyllischer Sandstrand  befindet sich in Son Bauló, einem etwas ruhigeren Ortsteil des ansonsten recht turbulenten Badeortes Can Picafort:

Son Baulo/ Can Picafort, Mallorca

Son Baulo/ Can Picafort, Mallorca
Son Bauló

Can Picafort, Mallorca
Can Picafort
  (Urheber cs:Wikipedista:Li-sung)

 Can Picafort, Mallorca
Der Strand von Can Picafort im Mai
 

Weitere (z. T. "spanische")  Strände gibt es im benachbarten Son Serra de Marina, Colonia de Son Pere, Playa de Muro und natürlich in Richtung Alcúdia.Wunderschöne kleine Badebuchten dagegen befinden sich im Nordosten der Insel rund um Capdepera und Cala Rajada herum.

Ganz in der Nähe von Santa Margalida liegt das Naturschutzgebiet und Vogelparadies "S' Albufera", das bedeutendste Feuchtigkeitsgebiet der Balearen, und auch die Berge des Tramuntana-Gebirges sind nicht allzu weit entfernt.

 

Diverse Fotoalben, u. a. von Santa Margalida und Umgebung und meiner Finca S' Olivar d' Es Coscois finden Sie in meinem Online-Fotoalbum .

 

 

Legenden:

 

Santa Margalida
In der Römerzeit war der Ort Santa Margalida unter dem Namen „Hero“ bekannt.

Seine Entstehung verdankt Santa Margalida einer Marienlegende. Diese besagt, dass in einer unweit des heutigen Ortes gelegenen Höhle eine Statue der Mutter Gottes gefunden wurde, die immer wieder zu ihrem Fundort zurückkehrte, bis man die Botschaft verstand und an dieser Stelle eine Kirche errichtete, in der sich die Marienstatue "zu Hause" fühlte. Um die Kirche herum entstand nach und nach das Dorf Santa Margalida. Die 1232 erbaute und im 17. und 18. Jahrhundert mehrmals veränderte Pfarrkirche Santa Margalida ist besonders wegen ihres wertvollen Hochaltars mit besagter Marienstatue und ihrer prunkvollen Innenausstattung sehenswert.

Eine weitere Sage rankt sich um die heilige Catalina: Diess soll eines Tages den Arbeitern auf dem Feld Wasser in Tonkrügen zur Erfrischung gebracht haben, als plötzlich der Teufel erschien und sie verführen wollte. Da die Gläubige sich jedoch nicht beirren ließ und ihre Arbeit fortsetzte, geriet Luzifer in Rage, entriss ihr das Gefäß und warf es auf die Erde. Das Mädchen hingegen holte sich einfach einen neuen Krug. Seitdem erwacht das verschlafene Dörfchen Santa Margalida einmal im Jahr zum Leben und wird Austragungsort eines der größten und schönsten Feste der Insel: Immer am ersten Sonntag im September wird "La Beata" zu Ehren der heiligen Catalina gefeiert. Mallorquiner aus allen Teilen der Insel strömen herbei - Touristen sieht man kaum.

 

Can Picafort
Eine Legende über den Namensursprung berichtet von einem Mann, bekannt für seine Schlagkraft, der hier sein Häuschen baute. Seine Behausung soll deshalb „Ca d’En Picafort“ („Haus des Haudraufs“) genannt worden sein. Prosaischer ist die Erklärung, daß an dieser Stelle der weit geöffneten Bucht das Meer bei Wind hohe Wellen schlagen kann. „Pica fort es vent“ sagen die Einheimischen bei kräftigen Windböen.

 
 

Santa Margalida

Auf Mallorca gibt es noch Orte, wo die stehengebliebene Zeit aufgespürt werden kann. Einer dieser Stellen ist zum Beispiel die Gemeinde Santa Margalida, deren Kernort sich mit einer fast unheimlichen Zurückhaltung präsentiert. Zuerst war ein Hügel, auf dem ein Kirchlein errichtet wurde. Darum gruppierten sich dann, immer unter den strengen Augen des Allmächtigen, im Laufe der Jahrhunderte Häuserzeilen, Straßen und Plätze. Besonders die Landgemeinden der Insel, die in der 'Mancomunitat de Nord' und dem 'Pla de Mallorca' gelegen sind, entwickelten sich nach diesem Erschließungsmuster. Doch kaum eine andere Gemeinde dieser Regionen zeigt sich in einem solch geschlossenen Gewand wie der Ort Santa Margalida.

Santa Margalida - fromm und ländlich:

Santa Margalida besteht neben dem Kernort, der etwa 3200 Einwohner zählt und 9 Kilometer vom Meer entfernt liegt, noch aus den Teilgemeinden Can Picafort, Son Bauló und Son Serra de Marina. Mit fast 85 Quadratkilometern gehört die Kommune flächenmäßig zu den größeren Orten Mallorcas. Auf dem Gemeindegebiet wurden bis heute über 150 prähistorische Fundstätten registriert. Auch die römischen Besatzer ließen sich hier schon nieder. Die Mauren besiedelten während ihrer Herrschaft ebenfalls das fruchtbare Gebiet, was die arabischen Namen der Landgüter Binicaubell, Binicaubellet oder S' Alqueria belegen. Nach der christlichen Rückeroberung wurde alsbald die erste Pfarrkirche errichtet, die in den Archiven 1232 erstmals erwähnt wird und 1336 durch einen Brand vollständig zerstört wurde. Von da an baute man bis in das 18. Jahrhundert an der neuen Pfarrkirche - der heutige Glockenturm wurde jedoch erst im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts errichtet. Das Gotteshaus ist der Heiligen Margalida, der Margarete, geweiht. Deren Geschichte gleicht einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht - Wiege und Szenarium der Legende stammen aus dem Arabischen, die Troubadours, die aus orientalischen Ländern kamen, erzählten davon: Sie, eine Prinzessin voller Unschuld und Liebreiz, war Beute eines Drachen geworden. Doch mit dem Zauber ihrer betörenden Augen bändigte sie das Ungeheuer. Am 20. Juli jeden Jahres veranstaltet die Gemeinde zu Ehren der Heiligen Margarete ein großes Fest. Von noch viel größerer Bedeutung ist aber die 'Processó de la Beata', diese Prozession findet immer am 1. Sonntag im September statt. Die Feierlichkeiten sind der einzigen mallorquinischen Heiligen, Santa Catalina Tomás, gewidmet. Die am 1.Mai 1531 in Valldemossa geborene fromme Frau wurde mit allerlei wunderlichen Ereignissen in Verbindung gebracht. Sie verstarb als einfache Nonne im Jahr 1574 und wurde 1792 von Papst Pius VI. Selig gesprochen. Die Heiligsprechung der 'Beata' erfolgte dann im Jahr 1930. Seitdem ist ihre Verehrung in himmlische Dimensionen gerückt, und die Gemeinde Santa Margalida hat ihr zwei Denkmäler gewidmet.

Lange Zeit lebte die Kommune fast ausschließlich von der Landwirtschaft, und vor allem die großen Possessións wie beispielsweise Son Bauló, Sa Caseta, Son Real, Son Serra und Sa Teulada warfen reiche Erträge ab. Im Jahr 1960 wurden in der Region auf 1.740 Hektar Mandeln angebaut. Wie gut es bis in die 60er Jahre des vorherigen Jahrhunderts mit der mallorquinischen Landwirtschaft noch bestellt war, belegen einige Zahlen: Im Jahr 1965 verließen den Hafen von Palma 26.000 Tonnen Kartoffeln. Allein vom Oktober 1938 bis Mai 1939 wurden über 5000 Tonnen Mandeln nach Hamburg und London verschifft. Doch seitdem die kalifornische Industriemandel weltweit ihren Siegeszug angetreten hat, sitzen die mallorquinischen Payeses auf ihren Mandeln fest! Auch in der Gemeinde Santa Margalida ist die Landwirtschaft insofern schon lange keine Vollerwerbsquelle mehr. Dabei wird die Feldflur immer mehr zum Freizeitpark und verkommt dabei zur touristischen Attraktion, landwirtschaftliche Wege werden wie selbstverständlich als Freizeitpisten in Beschlag genommen!  Die Payeses nehmen diese Entwicklung äußerlich gelassen hin. Doch die ungeheuerliche Tatsache, daß die meisten Mandelplantagen nur noch gepflegt werden, um mit ihrem Blütenzauber als touristischer Clou herzuhalten, wird besonders die Älteren unter ihnen im Innersten tief treffen.

Juan March Ordinas:
Die Kommune kann von sich sagen, der Geburtsort eines der einflußreichsten Zwielicht-Gestalten des europäischen 20. Jahrhunderts zu sein. Es handelt sich dabei schlicht und ergreifend um Juan March Ordinas, der dort 1880 als Sohn eines Schweinehirten das Licht der Welt erblickte. Der in Armut aufgewachsene Junge machte seine ersten Geschäfte mit dem Verkauf von eingesammelten Getreidekörnern. Aus dem Erlös des veräußerten Getreides erstand er Tabakblätter, die er als Zigaretten an Schüler verkaufte. Die Glimmstengel offerierte er jedoch nicht stückweise, sondern er bot die begehrte Ware nur pro Zug an, und diese Dealer-Methode entpuppte sich als äußerst effizient. Die Hafenkneipen Palmas waren zudem für ihn das ideale Terrain, um das 'System March' aufzubauen, das mit einer Mischung aus Einschüchterung, Bestrafung, Belohnung, Spitzelwesen und Korruption funktionierte. Mit der ihm in die Wiege gelegten 'Bauernschläue' und seinem rücksichtslosen Machiavellismus zermalmte er wie eine Dampfwalze alles, was sich ihm in den Weg stellte! In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts kontrollierte der bekannteste Bürger Santa Margalidas von Ceuta und Melilla aus den Tabakschmuggel auf die Iberische Halbinsel. An der Südküste Spaniens landeten massenweise Schiffe mit seiner Schieberware, und em spanischen Staat entstanden durch die entfallende Tabaksteuer Millionenverluste. Der moderne Pirat wurde bei diesen fast schon staatsgefährdenden Aktivitäten trotzdem nicht belangt: Dem 'System March' war es nämlich auch gelungen, hohe Politiker und Amtsträger zu akquirieren und ihnen dabei auf vielfältige Weise das Leben zu versüßen ...

Ob nun die Gemeinde Santa Margalida mit der kriminellen Vergangenheit ihres bekanntesten Bürgers ihre Schwierigkeiten hat, kann nicht mit Gewißheit gesagt werden, zumal so manche der Familien der Margalidans auch an den kapitalanhäufenden Unternehmungen des Juan March beteiligt gewesen sein mögen. Insofern ist es verständlich, wenn die heutigen Nachkommen den Mantel des Schweigens decken über bei Familienessen und in Bars Gehörtes. Die Vita des Patriarchen in allen seinen Verästelungen und Windungen aufzuspüren ist ein Unterfangen, das kaum befriedigend zu bewältigen ist. Es heißt, daß nach Marchs Unfalltod im Jahre 1962 seine Familie sämtliche Auflagen bis dato erschienener Biografien aufgekauft hat, und wesentliches Quellenmaterial ist in unzugänglichen Privatarchiven gebunkert! Von einem Historiker der Universität der Balearen wurde kürzlich eine 460 Seiten starke Studie über die vielfältigen Aktivitäten Juan Marchs im Zeitraum 1900 bis 1926 veröffentlicht. Im I. Weltkrieg verdingte sich March den Kriegsgegnern Großbritannien und dem Deutschen Reich, wobei er glänzend verdiente. Blinde Flecken liegen jedoch weiterhin über sein Engagement für Franco im Spanischen Bürgerkrieg und seine Rolle im II. Weltkrieg. Dokumente belegen, daß March 1940 im Auftrag von Winston Churchill an spanische Generäle 13 Millionen US Dollar Schmiergelder verteilte, die der britische Staat zur Verfügung gestellt hatte. Die hohen Militärs sorgten in der Folge dafür, daß Spanien im II. Weltkrieg mal "neutral" und dann "nichtkriegführend" war. Wirklich gesichert ist allerdings, daß Juan March ein generöser Mäzen der Künste und Wissenschaft war - seine Nachwelt ist ihm dafür dankbar.
 

Der 'Comte Mal':
In Santa Margalida hat mit dem 'Comte Mal' ein weiterer Bürger mit zweifelhaftem Ruf für Aufsehen gesorgt. Der 'Graf der bösen Mächte' wurde am 15. August 1627 als Comte de Santa Maria de Formiguera, Ramon Safortesa, geboren. Das 17. Jahrhundert war für Spanien eine Zeit des politischen und wirtschaftlichen Niedergangs: Die Herrscher verschlossen sich jeglichen Neuerungen, die Adligen lebten nach ihrem Standesdünkel und verteidigten verbissen ihre Privilegien. Auf Mallorca herrschte Chaos und Hungersnot. Der katholische Klerus stand auf Seiten des Adels. Gemeinsam versuchten sie, mit aller Macht wirtschaftliche und soziale Veränderungen aufzuhalten. Einer der Vorfahren des 'Comte Mal' war bei der Rückeroberung Mallorcas im Jahr 1229 durch Jaime I. beteiligt. Dieser Graf, Santa Maria de Formiguera, erhielt vom siegreichen König für seine "Verdienste" große Ländereien, die zwischen Muro und Santa Margalida lagen, geschenkt. Der solcherart bediente Adlige wurde seßhaft und ein feudalistischer Lehnsherr. Die Bauern und Handwerker waren seine Vasallen und Leibeigene. Die Mutter des 'Comte Mal' war unterdessen zum zweiten Mal Witwe geworden. Aus ihren beiden Ehen hatte sie einen einzigen Sohn, nämlich Ramon Saforteza, der ganz in der Tradition des längst veralteten Feudalismus aufgezogen wurde. Doch die Margalidans wollten sich nicht so ohne weiteres zu Vasallen degradieren lassen. Sie pochten auf ihre Rechte, verwiesen auf die Aufhebung der Leibeigenschaft und zogen zur Wahrung ihrer Rechte vor Gericht. Der 'Comte Mal' zeigte sich aber uneinsichtig und wollte seine Privilegien mit Gewalt aufrechterhalten. Dazu heuerte er Mörder an. Im November 1647 kam es dann zum Eklat, der aber auch das Ende des Adligen einläutete: Baltasar Calafat, ein angesehener Bürger Santa Margalidas und Organisator des Protests, wurde an der Schwelle seines Hauses von gedungenen Mördern Ramon Safortesas niedergestreckt. Doch die Bewohner der Gemeinde empörten sich derart über den hinterhältigen Mord an Calafat, daß der Graf aus Angst vor Rache flüchten und sich in sein abgelegenes Anwesen am Fuße des Galatzó zurückziehen mußte. Ein Jahr später wurde er im Auftrag von König Philipp IV. festgenommen und auch verurteilt. Der Adlige konnte sich jedoch mit einer Kaution von dreihundert Ducados freikaufen, rekrutierte für den König eine Truppe, um seine 'Ehre' mit Kriegszügen und neuen Greueltataten wiederherzustellen. Auf alle Fälle lebt er als 'Comte Mal', als Mythos des Bösen, weiter, wobei sein eigentlicher Name in Vergessenheit geraten ist. Aber bis heute ist der Fluch des Adligen, der an einem veralteten Feudalsystem festgehalten hat, in Liedern und Erzählungen der Mallorquiner aufzuspüren.

 

Santa Margalida und seine Küste:

Heute leben 95% der Margalidans vom Tourismus und seinen Dienstleistungssektoren. Sie haben direkt oder indirekt zumindest während der Hochsaison vor allem in den Hotelanlagen , Bars und Gaststätten von Can Picafort Arbeit und Verdienst gefunden. Noch 1860 gab es dort nur eine einzige Hütte, die dann 1890 von dem Arzt Joan Garau aus Santa Margalida gekauft und ausgebaut wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen sich dort dann immer mehr wohlhabende Bürger aus Santa Margalida, Muro, Sa Pobla und Inca als Sommer-Residenten nieder. Mit dem 'Alomar' wurde im Jahre 1935 das erste Hotel eröffnet. Schon 1965 reisten dann deutsche Urlauber an, und auch die Briten entdeckten den noch fast unbesiedelten Sandstrand - ein Bauboom folgte dem anderen! Unterdessen kann Can Picafort bei ca. 4700 registrierten Bürgern etwa 11.500 Hotelplätze aufbieten, und ist damit in der Bucht von Alcúdia hinter Port d' Alcúdia das zweitgrößte Touristikzentrum. Can Picafort bedient heute mit seiner lärmenden Pulsiertheit jegliches Klischee des Massentourismus - dutzende Souvenir-Läden, Boutiquen, kleinere und größere Supermärkte, Bars, Restaurants und Bierpinten reihen sich dicht an dicht. Gerade in den letzten Jahren wurden aber viele Verschönerungsmaßnahmen an der Promenade und im Ort durchgeführt!

Neben dem Kernstrand entstand mit San Bauló eine zweite große Urbanisation, die inmitten eines dichten Pinienwaldes gesetzt wurde. Wieviele der Bäume den Betonbauten weichen mußten, ist unbekannt, aber immerhin stehen doch noch einige Alibi-Exemplare der wohlriechenden Pinien. Direkt hinter dem Torrent de Son Bauló beginnt der Küstenstreifen Son Real: Diese Region ist ein Naturschutzgebiet und zeigt den ursprünglichen Zustand von Mallorcas Küstenlinien, lange bevor dann der Touristenboom begann. Die Dünenlandschaft ist rauh, ihr Hinterland mit Steineichen und Pinien bewachsen. Der kilometerlange Strand lädt zu einer Wanderung am Meer ein. Der Meeresabschnitt zwischen Son Bauló und Son Serra de Marina gehört allerdings auch in den Sommermonaten zu den gefährlichsten Badeorten der Insel. Das Meer hat dort tückische Strömungen und türmt selbst im Juli und August bis zu zwei Meter hohe Wellen auf, die in kurzen Abständen an das Ufer angerollt kommen.

Über den Dünenweg erreicht man auch die Totenstadt Necrópolis de Son Real. Der beeindruckende archäologische Fund wurde in den Jahren 1957 bis 1959 freigelegt. Dabei wurden 109 Gräber vorgefunden, in denen etwa 400 Menschen bestattet waren. Die ältesten Gräber stammen aus dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr., die jüngsten werden der Zeitenwende zugerechnet. Gegenüber der Necrópolis de Son Real liegt das Inselchen Illiot des Porros. Darauf befinden sich Grabstätten, die zwischen dem 6. und 2. Jahrhundert v. Chr. entstanden sind. Manche liegen offen, andere sind wiederum halbunterirdisch angelegt. Man nimmt an, daß hier einmal bis zu 230 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Erwähnenswert ist auch der Megalithbau von Son Serra de Marina, der 'Talaiot de Sa Nineta' genannt wird. Hinter der Urbanisation Son Serra de Marina, die knapp 430 Einwohner zählt und die aus einigen Bauruinen besteht, bildet der Torrent de Na Borges die Küstengrenze zwischen Santa Margalida und der Gemeinde Artà. Auch hier finden sich - wie am gesamten dortigen Meeresabschnitt - obeliskartige Türme von fast 10 Meter Höhe: Diese sind nicht irgendwelche archäologischen Überbleibsel, sondern dienten der spanischen Marine einstmals als Orientierungspunkte für Schießübungen. Die Bäume auf den Dünen hat der Nordostwind tief niedergedrückt. Ihre bizarre Schieflage läßt fast den Eindruck entstehen, als hätten sie sich vor der mächtigen Felsformation der Serra de Llevant auf der Halbinsel Ferrutx verneigt, die hier mit dem Puig de Morey immerhin eine Höhe von 561 Metern erreicht.

 

 

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